KMD-MAGAZIN-JUNI2025 - Flipbook - Seite 84
Kunst im besten Licht –
Die Modernisierung
der Tageslichtbeleuchtung
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Seit Oktober 2024 erstrahlt das Kirchner Museum Davos
in neuem Licht. Die preisgekrönte Tageslichtdecke von
den Zürcher Architekten Gigon/Guyer wurde in den letzten
drei Jahren umfassend modernisiert. Mit feinster Sensorik
und intelligenter Steuerung, entwickelt vom Institut für Tageslichttechnik Stuttgart und umgesetzt von Bühler + Scherler
aus St. Gallen, reagiert das System nun in Echtzeit auf
wechselnde Wetter- und Lichtbedingungen – ein Zusammenspiel von Architektur und Technologie, das Licht nicht nur
lenkt, sondern erlebbar macht.
Technische Innovation für ein
natürliches Lichtambiente
Oberhalb der Ausstellungsräume befinden sich
sogenannte «Lichtkuben » – gläserne Aufbauten mit grossen Fenstern und verstellbaren
Lamellenstoren. Diese fangen das seitlich einfallende Tages- und Sonnenlicht ein und leiten es
über die halbtransparente Lichtdecke in die
Ausstellungsräume. Im Zuge der umfassenden
Sanierung wurden die Motoren der Storen erneuert und eine hochpräzise Sensorik integriert.
Diese kommt erstmals ohne Lichtsensoren in
den Ausstellungsräumen aus, da sich die
Sensoren nur in den Lichtkuben und auf dem
Dach befinden. Über deren Messwerte werden
die Beleuchtungsstärken auf Bildebene heruntergerechnet, die Stellbefehle an die Jalousetten
gegeben und das Kunstlicht gedimmt. Dem
Tageslicht wird jedoch immer Vorrang vor dem
Kunstlicht gegeben. Ist genügend Tageslicht
vorhanden, wird das Kunstlicht über den Lichtdecken konsequent abgeschaltet. Das Einzigartige an dieser Lichtregelung ist, dass sie auf das
Helligkeitsempfinden des menschlichen Auges
abgestimmt ist. Das System bleibt damit träge
und der Besucher bemerkt die einzelnen Bewegungen der Storen nicht.