KMD-MAGAZIN-JUNI2025 - Flipbook - Seite 83
Architektur, Kunst und Natur
Ein Ort der Begegnung
Gigon und Guyer verfolgten die Vision, ein
Gebäude zu schaffen, das Kirchners Werke ins
Zentrum stellt und gleichzeitig die Davoser
Landschaft einbezieht. Die zurückhaltende Gestaltung aus Glas, Beton, Stahl und Holz setzt
diese Idee konsequent um. Die Fassade aus
variierendem Glas – mal transparent, mal matt
oder glänzend – reflektiert das alpine Licht
und schafft ein Spiel von Licht und Schatten,
das die Verbindung zur Umgebung betont.
Die zentrale Erschliessungshalle aus Sichtbeton
in der Mitte des Museums verbindet Innenund Aussenraum auf besondere Weise. Von hier
aus können Besucher:innen den Blick auf den
Park, die Strasse und die Davoser Landschaft geniessen – Motive, die auch Kirchner in seinen
Werken festhielt. Diese Halle dient nicht nur der
Orientierung, sie ist der Dreh- und Angelpunkt
des Museums, der die unterschiedlichen Bereiche harmonisch miteinander verknüpft. Das
Kirchner Museum Davos ist ein Ort, der Funktionalität und Ästhetik verbindet, Raum für
Kunst schafft und die alpine Landschaft einbezieht. Gigon und Guyer haben ein Gebäude
gestaltet, das die Werke Ernst Ludwig Kirchners
würdigt und gleichzeitig ein Erlebnis für die
Besucher:innen schafft – ein Ort der Begegnung
in jeder Hinsicht.
Licht als Gestaltungselement
Die vier Ausstellungssäle im Erdgeschoss sind
bewusst schlicht gehalten, um die Kunstwerke
optimal zur Geltung zu bringen. Tageslicht
fällt über seitliche Oberlichter ein – eine Lösung,
die für ideale Lichtverhältnisse sorgt, auch
wenn Schnee liegt. Diese innovative Lichtführung brachte den Architekten 2012 den renommierten Velux-Tageslicht-Award ein.