KMD-MAGAZIN-JUNI2025 - Flipbook - Seite 62
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Cecil Beaton, Porträt
des Künstlers Pablo
Picasso mit einem
seiner Gemälde, 1933
Cecil Beaton, Vogue
Rasante technische Fortschritte, ein pulsierendes
Stadtleben und eine Gesellschaft im Umbruch –
die Moderne war eine Zeit der Extreme. In
dieser spannungsgeladenen Epoche erschufen
Ernst Ludwig Kirchner und Pablo Picasso Kunst,
die bis heute nachhallt. Sie fingen das Aufkeimen
der modernen Gesellschaft ein und schufen
Bilder, die das Lebensgefühl einer ganzen Epoche
widerspiegeln.
Die Stadt wurde für sie zur Bühne einer neuen,
aufregenden Welt: Kabaretts und Variétés
brachten schillernde Unterhaltung abseits der
bürgerlichen Norm. Kirchner und Picasso waren
fasziniert von dieser Dynamik und liessen
sich inspirieren – von der Artistik, der Eleganz
des Tanzes, aber auch von den Schattenseiten
des Zirkuslebens. Ihre Werke erzählen von
Verlockung und Vergänglichkeit, von Lebenslust
und gesellschaftlichen Brüchen, auch abseits
der schillernden Variétékulissen. Kolonialausstellungen zogen ein Massenpublikum an,
darunter auch Kirchner. Die Kunstwelt entdeckte
afrikanische Skulpturen und Masken als Inspirationsquelle für ihre Idee des radikalen
Umbruchs.
In diesem Umfeld der modernen Transformation suchten Kirchner und Picasso gleichermassen nach einer Erneuerung der Kunst. Mal
exzessiv, mal melancholisch – stets individuell,
doch zugleich universell lesbar. Ihre Werke
sind ein Ausdruck der künstlerischen Auseinandersetzung mit dieser neuen Welt, tief verwurzelt
im Zeitgeist des frühen 20. Jahrhunderts.