KMD-MAGAZIN-JUNI2025 - Flipbook - Seite 33
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Digitalisierung, Sicherung
und Spurensuche:
Wie Kirchners Negative
neue Einblicke ermöglichen
Katharina Beisiegel
Die Digitalisierung gehört inzwischen zu den zentralen Aufgaben
des Kirchner Museum Davos. Ziel ist es, die gesamte Sammlung systematisch zu erfassen, hochauflösend zu dokumentieren
und in einem nächsten Schritt online zugänglich zu machen.
Damit wird nicht nur die langfristige Sicherung der Bestände
gewährleistet, sondern auch die Forschung gestärkt und das Werk
Kirchners einem breiteren Publikum erschlossen.
Ein besonders relevanter Bereich ist das historische Fotoarchiv. Bereits 2015 machte sich der Fotograf Stefan Bösch
an die Digitalisierung der Glasnegative. Kürzlich nahm nun auch
Philipp Hitz die empfindlichen Zellulosenitrat-Negative in
Angriff – eine konservatorisch anspruchsvolle Aufgabe, die spezielles Fachwissen und technische Erfahrung voraussetzt: Nitratfilme, wie sie von 1889 bis in die 1950 er-Jahre verwendet wurden,
gelten als hochentzündlich und chemisch instabil – ab Temperaturen von etwa 38 Grad können sie sich sogar selbst entzünden.
Um potenzielle Risiken für die Sammlung auszuschliessen, wurden
die vorhandenen Nitratnegative vor ihrer weiteren Lagerung
digitalisiert.